Smart Toys – Die Überwachung im Kinderzimmer

„Smart Toys“, also clevere Spielzeuge, funktionieren via Bluetooth bzw. Internet.
Sie haben die Form von Robotern oder sogar die von einer Barbie.
Einige dieser Smart Toys lassen sich mit einer Smartphone-App steuern.
Das Kind kann dem Spielzeug Fragen stellen, und dieses antwortet mit Hilfe der Verbindung zum Netz.

Stiftung Warentest hatte schon vor Monaten vor diesen Tierchen gewarnt:
Einige der Internet-/Bluetooth-Verbindungen seien nicht mit einem Passwort geschützt. D.h.: „Jeder“ könnte auf diese Verbindung zugreifen und damit in Kontakt mit dem Kind treten!
Eine gruselige Vorstellung, dass der unsympathische Nachbar einem Kind drohen kann oder es manipulieren kann – und das, obwohl er nicht gesehen wird und zehn Meter entfernt ist.

Damit nicht genug.
Manche der Smart Toys senden Smartphone-Daten an andere Firmen.
Oder Name und Geburtsdatum des Kindes werden an die Herstellerfirma gesendet oder Tracking-Programme schneiden das Internetverhalten der Eltern mit.

Stiftung Warentest schreibt dazu:
„Dadurch werden Eltern und Kinder zu gläsernen Nutzern, auf deren Hobbys und Lebens­umstände Online­werbung präzise zuge­schnitten werden kann. Zweitens könnten Scoring-Unternehmen Zugriff auf die Daten erhalten. Diese Firmen beur­teilen die finanzielle Lage von Menschen. Ihre teils intrans­parenten Bewertungen können etwa dazu führen, dass einem Nutzer Kredite verweigert werden.“
(Zitat von Stiftung Warentest – Smart Toys – Seite aufgerufen am 29.11.2017)

Keine Frage, dass das datenschutzrechtlich ein „No Go“ ist.

Die Tür ist dennoch aufgestoßen und die Intention ist klar:
Spiel & Spaß für die Kinder in einer vernetzten Welt.
Und neue Gewinnquellen für die Firmen.

Das alleine ist nicht bedenklich.
Wohl aber, dass es u.a. um die Datensammlung geht.
Und dass jegliche Daten, die irgendwo gespeichert werden, irgendwann und irgendwie zur Überwachung der Bürger eingesetzt werden können.

Dem muss ein Riegel vorgeschoben werden.

Wer also smart sein will, schenkt dem Kind zu Weihnachten kein „smartes“ Spielzeug. Nicht, dass Frontex irgendwann im Kinderzimmer spioniert!

Andere Berichte dazu:
Märkische Allgemeine – Lauschangriff aufs Kinderzimmer
Süddeutsche: Spione im Kinderzimmer
ARD/Planet Wissen: Smartes Spielzeug – Spione im Kinderzimmer

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