Survival – Die Wichtigkeit des Messers

Rüdiger Nehberg, einer der berühmtesten deutschen Survival-Experten, hatte es im Jahr 2003 gewagt: während andere ihr Rentnerdasein genießen, ließ er sich mit 68 Jahren von einem Hubschrauber aus in den brasilianischen Urwald abseilen. Wie verrückt muss man sein, oder? Oder einfach nur extrem abenteuerlustig.

Was hatte Rüdiger Nehberg dabei?

Er hatte fast nichts dabei.
Kein Medi-Pack. Keine Nahrungsmittel. Kein Trinkwasser. Keine Isomatte. Kein Zelt. Keinen Kompass. Und natürlich kein Handy. Dafür aber ein Satellitentelefon.
Zwischenzeitlich galt Rüdiger Nehberg im brasilianischen Urwald sogar als verschollen.

Was aber noch wichtiger als das Telefon war, war diese Sache:
ein Messer.

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(Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Hunting_knives.jpg?uselang=de – Creative Common-Lizenz – Seite aufgerufen am 16.12.2017)

Denn ein Messer ist tatsächlich überlebenswichtig. Es ist vielleicht das wichtigste Survival-Tool, das man bei sich tragen kann.

Warum ein Messer überlebenswichtig ist!

Damit kann man Holz bearbeiten (Lagerfeuer, Fallenbau, Werkzeuge herstellen).
Man kann damit Tiere erledigen und ausnehmen.
Man kann ein wenig Körperhygiene betreiben (z.B. Nägel schneiden).
Man kann das Heft (den Griff) als Hammer verwenden.
Man kann Pflanzen zerkleinern.
Man kann sich mit dem Messer verteidigen.
Es gibt kein Survival-Tool, das so vielseitig verwendbar ist (wenn man mal von den in den letzten Jahren aufgekommenen Multifunktionstools, wie z.B. dem Leatherman, absieht).

In dem dritten Teil des Dystopie-Romans “Tribes – Das Überleben” (Tribes-Dystopie 1 und 2 gibt es hier) ist Bertram, der Stammesführer, gezwungen, ausrüstungstechnisch nahezu bei Null zu starten. Er war in einem reißenden Fluss gelandet und konnte knapp überleben. Außer seiner Kleidung hat er nur noch Feuersteine dabei. Was macht man jetzt? Wie transportiert man Trinkwasser? Wie macht man ein Feuer? Wie baut man sich ein Lager? Woher kommt die Nahrung?
Bertram hat Glück: in der Nähe gibt es einige Felsen. Mit dem Aneinanderschlagen von Steinen kann er sich eine Klinge herstellen. Das ist sein Messer-Ersatz.

Welches Messer ist das beste?

Messer gibt es natürlich in Hülle und Fülle.
Vom einfachen Küchenmesser bis hin zum Rambo-Überlebensmesser, bietet der Messer-Markt alles. Da lohnt es sich, genau zu fragen: Wozu brauche ich das Messer?

Natürlich frage ich an der Stelle nicht nach dem besten Messer, um Fische zu bearbeiten. Hier geht es um Survival-Messer. Sprich: Welche Messer taugen was für den Einsatz in der Wildnis?

Die Frage ist NICHT wissenschaftlich-objektiv zu beantworten, weil auch persönliche Bedürfnisse eine Rolle spielen. Dem einen liegt das Messer gut in der Hand, für den anderen ist es zu groß. Der einen ist das Messer zu schwer, für die andere hat es genau das richtige Gewicht. Unter Umständen spielen auch solche Faktoren eine Rolle: Geht meine Trekking-Tour durch den Dschungel? Durch eine nordeuropäische Waldgegend? Bin ich auf alpinen Pfaden unterwegs oder laufe ich gar durch die Wüste? Muss ich damit Holz bearbeiten oder Schlingpflanzen beseitigen? Muss ich damit ein Tier töten können oder nur mein Brot schmieren?

Solche Fragen und auch die Summe an möglichen Messern (wer z.B. auf Amazon nach “Survival-Messern” sucht, bekommt im Bereich “Camping und Outdoor” nahezu 3.000 Vorschläge!) zeigen auf: Es gibt nicht das EINE Messer, das für alles und jeden tauglich ist.

Das “richtige” Messer finden: Ausprobieren!

Daher bleiben nur diese Suchfilter übrig:
Probieren geht über Studieren! Teste das Messer. Halte es in der Hand. Gehe damit um. Und: Vergleiche mit anderen Messern! Irgendwann hast du dein Lieblingsmesser gefunden.
Falle nicht gleich auf die Messer rein, die gerade “in” sind. Oft verkaufen sich manche Messer deswegen, weil dahinter ein enormes Marketing steckt (denke z.B. an die Vermarktung der “Bear Grylls”-Waren, wobei ein gutes Marketing nicht heißen muss, dass diese Messer schlecht sind). Und es kann sein, dass für dich ein Messer in Frage kommt, das nicht berühmt ist.
Höre auf den Rat von anderen, die sich mit dem Thema “Messer und Survival” auseinandersetzen. Alleine auf Youtube gibt es eine Menge von Videos dazu, z.B. das hier:

Nun, im Stadtalltag brauche ich kein dickes Survival-Messer.
Es gibt aber zwei Tools, die ich fast immer bei mir führe und die mir tatsächlich des Öfteren einen Dienst erwiesen haben:
– Das eine Tool ist ein leichtes, kleines Opinel-Messer.
Es passt in meine Hosentasche und fällt aufgrund des geringen Gewichts kaum auf.
– Das andere ist die SwissCard von Viktorinox. Es hat eine Mini-Schere, einen Mini-Kugelschreiber, Zahnstocher, eine Stecknadel und eine Pinzette.
Diese SwissCard passt in mein Portemonnaie.

In Deutschland ist das noch zu beachten:
Wir haben ein Waffenrecht, das auch Regelungen zum Führen von Messern vorsieht.
Eine dieser Regelungen ist, dass ein Messer eine Klingenlänge von maximal 12 cm haben darf bzw. es darf kein Einhandmesser sein.
Allerdings gibt es Ausnahmen dazu. So dürfen manche Gruppen längere Messer doch bei sich führen, wenn es z.B. zum Brauchtum dieser Gruppe gehört. Das ist u.a. bei den Pfadfindern der Fall.

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