Survival – Die Einstellung entscheidet!

Meine Trekking-Touren plane ich vorab und meistens auch gründlich. Wer das Abenteuer liebt, lässt das und plant einfach nur Anfahrt und Rückfahrt… und vielleicht noch nicht mal das Letztere.
Das Abenteuer mag ich auch, aber nicht die Lebensgefahr.
Deshalb plane ich. Es soll genügend Freiheit geben, um das Abenteuer zu genießen. Es soll zugleich abgesichert sein, damit nicht mein Leichnam abtransportiert werden muss.

Gefahren im Gebirge

Das mag sich für Trekking-Touren in Europa etwas dramatisch anhören. Doch Tatsache ist, dass bei Touren im Mittel- oder Hochgebirge immer wieder Menschen sterben. So starb vor einigen Monaten ein Bekannter von mir in der Schweiz. Er war einfach nur auf Wanderung. Plötzlich wurde ein Steinschlag ausgelöst und er wurde in den Abgrund gerissen. Selbst im Elbsandsteingebirge (Sächsische Schweiz), das nahezu perfekt ausgeschildert ist und in der Saison von Wanderern überbevölkert ist, kommt es regelmäßig zu Unfällen, manchmal sogar zu tödlichen Unfällen (s.a. Bericht “Mehr Unfälle im Elbsandsteingebirge” und hier eine Auflistung von Unfällen im Elbsandsteingebirge).

Trekking - Wandern - Elbsandsteingebirge

Deshalb ist das mein Eingangsplädoyer: Abenteuer und Planen schließen sich nicht aus – in dem Bewusstsein, dass dann doch Dinge geschehen können, die keiner vorhersehen konnte.

Erster Survival-Aspekt: die Einstellung!

Zuerst geht es um die Einstellung.
Wer innerlich jammert, klagt und letztlich aufgibt, hat verloren.
Wer sich aber gegen die Emotionen von Angst und Sorge stellt, kann sich auf das Tatsächliche konzentrieren. Denn in herausfordernden Situationen ist es mitunter wirklich überlebenswichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren. Man muss sich Fragen stellen und diese mit einer gewissen Sachlichkeit erörtern können: Wo bin ich gerade? Welches Risiko besteht? Was sind meine Chancen?

Einmal war ich in Slowenien, im Triglav-Nationalpark. Wandern. An einem Tag hatte ich es gewagt, durch ein kleines Schneefeld zu gehen, das sehr abschüssig war. Und während ich noch auf dem Schnee herumbalancierte, kam mir ein Steinschlag entgegen. Gott sei Dank, blieben die Steine im Schnee stecken! Da kann Panik hochkommen! Irgendwie ist es mir gelungen, diese Emotionen in Kraft zu verwandeln und habe den Rest des Pfades, ohne abzurutschen, überstanden. Es ging darum, trotzdem nicht zu heulen, sondern eben den kühlen Kopf zu bewahren.

Trekking - Wandern  Slowenien - Triglav

Am nächsten Tag sollte es einen anderen Berg hinaufgehen. Doch schon auf dem Hinweg wurde ich zunehmend vorsichtiger. Der Weg war teilweise schmal, überall lag Geröll. Ein prädestinierter Ort für einen erneuten Steinschlag. Dann sollte es endlich weiter nach oben gehen. Zum Teil auf allen Vieren. Meine Schuhsohlen waren allerdings nicht wirklich geeignet und ich hatte keine Trekking-Stöcke dabei. Es gab an manchen Stellen wenig Halt. Und ich spürte, wie Angst in mir hochkommen will. Die Angst, in das Rutschen zu kommen und in die Tiefe zu stürzen (wohlgemerkt: das war kein Kletterpfad, sondern ein slowenischer Wanderweg!). Ich musste eine Entscheidung treffen: entweder ich gehe weiter bergauf, was ich sicherlich geschafft hätte. Allerdings hätte ich auch zurück gemusst. Bergab. Mit einem Schuhprofil, was mir zu wenig Halt gibt. Aber vor allem mit der Gefahr, dann in Panik zu geraten. Oder ich breche ich ab und gehe zurück. Ungefährlicher, aber leider ohne Gipfelblick. Ich entschied mich für Letzteres. Solange ich eingermaßen sachlich überlegen konnte, musste ich die Zeit nutzen und eine ruhige Abwägung treffen.

Deshalb:
Solange es geht, sollte man in Ruhe die eigene Lage reflektieren. Nicht erst ein Lager suchen, wenn es schon stockduster ist! Nicht erst dann ein Gewässer suchen, wenn die Trinkflasche schon leer ist! Beizeiten nachdenken und planen!
Diese Ruhe braucht man, um sich nicht von der Panik und Angst bevormunden zu lassen. Im Kern geht es um die Einstellung: “Ich kann das! Ich habe die Lage im Griff!”
Und als Pastor füge ich gerne hinzu: Beten geht immer!

 

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