Innenministerkonferenz: Überwachung der Prepper-Szene

Überwachung der Prepper-Szene

Noch gibt es weder auf der Homepage des Bundesinnenministeriums noch auf der der Innenministerkonferenz ein entsprechendes Dokument zum o.g. Thema.
Allerdings berichten einige Online-Medien davon:
die deutsche Prepper-Szene soll überwacht werden.

Der Anlass sei möglicherweise der:
Zwei “Prepper” (vom Englischen “prepare” = “vorbereiten” auf den Krisenfall) hatten Mordpläne gegen linke Politiker geschmiedet.

Das alleine wäre mir zu wenig, um eine ganze Szene überwachen zu lassen.

Verdacht: Prepper sind Waffenbesitzer?!

Ich verstehe, dass es dennoch einen naheliegenden Grund geben kann:
Wer sich für den Krisenfall vorbereitet, bereitet sich für den Krisenfall vor.
Und das kann im Klartext heißen: Man will überleben und ist bereit, sich zur Not mit Waffengewalt zu verteidigen.

Und genau das scheint einigen Innenministern ein Dorn im Auge zu sein:
Dass da möglicherweise etliche Waffen in Kellern und Dachgeschossen lagern.
Waffen, die irgendwann und irgendwie zum EInsatz kommen könnten.

Nun will ich hier nicht über den Sinn oder Unsinn des Waffenbesitzes diskutieren.

 

Was braucht es, um überwacht zu werden?

Was ich hingegen interessant finde, ist das:
Um eine Gruppe, noch unbestimmter Größe, in Deutschland unter die Lupe zu nehmen, genügt es, dass
a) zwei Personen dieser losen Gruppe eine Straftat verübt haben,
b) eine These wie die obige aufgestellt wird (“Wer durch die Krise kommen will, besitzt Waffen!”).

Das könnte auch mit anderen Gruppen funktionieren:
Weil zwei Politiker Steuern hinterzogen haben, müssen nun alle Politiker beobachtet werden, denn alle Politiker haben mit Geld und Steuern zu tun.

Weil zwei Hundebesitzer Unfallflucht begangen haben, müssen nun alle Hundebesitzer überwacht werden, weil alle Hundebesitzer in der Lage sind, vom Unfallort zu flüchten.

Was ich damit sagen will:
Ja, natürlich ist unser Staat in der Pflicht, mögliche Gefahren zu erkennen und entsprechend präventiv zu handeln.
Nein – nur, weil zwei von Zigtausenden kriminell geworden sind, ist das kein hinreichender Grund, um eine ganze Gruppierung zu beobachten.

 

Hoffentlich nur sozialwissenschaftlich gemeint

Ich hoffe, dass es letztlich mehr um eine sozialwissenschaftliche Analyse geht und nicht um eine staatliche Überwachung.
Denn immerhin gibt es selbst von staatlicher Stelle Tipps für Prepper:
Vorsorge für den Katastrophenfall – Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.

Mehr Berichte gibt es hier:
Innenminister nehmen Prepper in den Blick (faz.net)
Wie gefährlich ist die deutsche Prepper-Szene? (stern.de)
Jetzt sind auch die Prepper im Visier der Politik (contra-magazin)

Übrigens ist das die Entwicklung in meinen Dystopie-Romanen:
Weil der Staat die Kontrolle haben will, werden letztlich alle einigermaßen autarken Gruppierungen “einkassiert” – zum Schluss mit Gewalt.

1 thought on “Innenministerkonferenz: Überwachung der Prepper-Szene

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